„Talent im Wandel der Zeit“ heißt die aktuelle Kunstausstellung in der Kleinen Markthalle, die sich dem künstlerischen Nachlass von Hellmut Weißer (1922–2025) widmet. Weißer stammte aus Brünn, studierte nach dem Zweiten Weltkrieg in Hannover Architektur und lebte ab 1954 als freischaffender Architekt in Hamburg. 2006 zog er mit seiner Frau nach Stendal. Wie seine Tochter Iris bei der Vernissage berichtete, wurde die hohe künstlerische Begabung ihres Vaters schon früh offensichtlich und half ihm auch in schweren Zeiten. Während der Kriegsgefangenschaft porträtierte er Vorgesetzte unterschiedlichen Ranges in Öl und bekam dadurch etwas mehr zu essen; kurz nach dem Krieg verdiente er sich mit dem Bemalen von Buchdeckeln, Bleistiftkästchen und Lampenschirmen ein wenig Geld.
Nach einem Berufsleben für die Architektur in Hamburg begann Hellmut Weißer noch als 70-Jähriger mit Abendkursen an der Kunsthochschule. Dafür angemeldet hatte ihn, so Iris Weißer, seine Frau Lieselotte, die das Talent ihres Mannes ein Leben lang bewunderte und förderte. Bemerkenswert ist auch, dass er bis ins hohe Alter mit beiden Händen gleichermaßen schreiben und zeichnen konnte. Die Ausstellung zeigt einen kleinen Ausschnitt seines Schaffens. In der Auswahl wird deutlich, wie sich die künstlerische Handschrift Hellmut Weißers in seinem langen, 103 Jahre währenden Leben veränderte. Zu sehen sind u.a. Landschaftsmalerei, Akt und Abstraktes in unterschiedlichen Techniken.
Der Ausstellungsbesuch ist bis zum 24. Juli zu den Öffnungszeiten der Kleinen Markthalle möglich: Dienstag bis Donnerstag von 09.00 bis 12.00 Uhr und von 13.00 bis 16.00 Uhr sowie nach Vereinbarung (Tel. 03931 56 56 320, E-Mail info@fa-altmark.de). Eintritt frei.
Das Foto oben zeigt Iris Weißer mit einem Werk ihres Vaters, das sie besonders mag.


