Im Frühjahr 2027 kommt das UniDorf in den Landkreis Stendal. Noch steht nicht fest, in welche Orte, denn die Bewerbungsphase hat gerade erst begonnen. Es könnte also auch Ihre Gemeinde sein, die von den Ideen junger Menschen profitiert.
Uni-Dörfer sind eine außergewöhnliche Gelegenheit, frischen Wind in eine Sache zu bringen, die vielleicht sogar schon länger schwelt. Studierende verschiedener Fachrichtungen erarbeiten mit dem unverbrauchten Blick von außen Vorschläge zu Themen, die den Menschen in der Gemeinde am Herzen liegen. Da sind z. B. die Brachfläche oder das leere Gebäude – was könnte man damit anfangen? Da ist der Wunsch nach einem Dorfladen oder einem Begegnungsort. Vielleicht ist es bei Ihnen aber auch etwas ganz anderes.
UniDorf – Was ist das?
Dieses Format wurde an der Hochschule Neubrandenburg gemeinsam mit dem Landkreis Vorpommern-Greifswald entwickelt und läuft seit 2010 erfolgreich in Mecklenburg-Vorpommern. Studierende verschiedener Fachrichtungen entwarfen bisher u.a. Zukunftsbilder zu Baulandpotenzialen, Naherholung, Naturtourismus, Bildung und Familienfreundlichkeit. Ausgewählt wurden kleinere Orte in strukturschwachen Gebieten. In diesem Jahr gab es erstmals ein UniDorf im Wendland. Angehende Innenarchitekt*innen fertigten Entwürfe dafür an, wie sich ein ehemaliger Kindergarten zu Sozialwohnungen mit Gemeinschaftsbereichen umgestalten lässt.
Wie läuft das UniDorf ab?
10 bis 15 Studierende leben ca. eine Woche lang im Ort und arbeiten zu Fragestellungen, die von der Gemeinde vorgegeben werden. Die Einwohner*innen werden in verschiedenen Austausch- und Diskussionsformaten einbezogen. Es gibt z.B. eine Auftaktveranstaltung, Dorfspaziergänge, Bestandsaufnahmen und Begehungen, Interviews, Gespräche mit Vereinen, Kindern und Jugendlichen – je nach Themenstellung. Die Studierenden werden von einer Lehrkraft begleitet. Zusätzlich sind Projektmitarbeiter als Ansprechpartner für beide Seiten da. Bei einer Abschlussveranstaltung werden die Ergebnisse im Dorf präsentiert und diskutiert.
Wann soll es losgehen?
Im Landkreis Stendal sind zwei UniDörfer geplant:im Frühjahr (voraussichtlich Mai) und im Sommer (voraussichtlich Juni/Juli).
Welche Voraussetzungen muss die Gemeinde erfüllen?
- konkretes Thema der Ortsentwicklung, das angepackt werden soll
- Arbeitsraum für 10 bis 15 Menschen mit Strom und WLAN (oder LTE Abdeckung für externes WLAN)
- Wohnmöglichkeiten im Ort (z.B. Privatunterkünfte, Camping, Verwaltungsgebäude)
- Möglichkeit zur Selbstversorgung (kleine Küche)
- Akzeptanz und Unterstützung durch die Dorfgemeinschaft
Was bringt das?
Neue Denkanstöße und Ideen. Erfahrungsgemäß kommt Bewegung in lokale Entwicklungsprozesse. Am Ende erhält die Gemeinde einen Bericht mit konkreten Empfehlungen. Damit die Impulse nicht versanden, braucht es Menschen vor Ort, die an der Fortsetzung des Prozesses interessiert sind, wenn das UniDorf weitergezogen ist.
Für die Studierenden ist es eine sehr praktische und lebensnahe Form des Lernens. Für die Hochschulen eine Brücke zwischen Lehre und Forschung.
Wer steckt hinter den UniDörfern im Landkreis Stendal?
Den Rahmen dafür bietet das Projekt WohnenPlus², das von der Hochschule Neubrandenburg im WIR!-Bündnis Elbe Valley zusammen mit der WendLandWohnen eG aus Lüchow und der Freiwilligen-Agentur Altmark e.V. aus Stendal umgesetzt wird.
Interessiert? Jetzt bewerben!
Weitere Informationen:
UniDorf – Hochschule Neubrandenburg
Ihre Ansprechpartnerinnen für Fragen sind:
Laura Göpfert, Hochschule Neubrandenburg, goepfert@hs-nb.de, 0395 5693-4512
Antje Hille, Freiwilligen-Agentur Altmark e.V., antje.hille@fa-altmark.de



Die Fotos zeigen das UniDorf im wendländischen Kiefen/Waddeweitz im Mai 2026. 15 Studierende der Innenarchitektur von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst aus Hildesheim erarbeiteten erste Entwürfe für die Umnutzung eines ehemaligen Kindergartens der Gemeinde. Dort sollen Wohnungen und gemeinschaftlich genutzte Flächen entstehen.