Bunt und international geht es immer bei uns zu, aber ganz besonders während der Interkulturellen Woche (IKW) im Landkreis Stendal. Zwischen dem 19. September und dem 4. Oktober 2026 gab es sieben IKW-Veranstaltungen in der Kleinen Markthalle: einen ukrainisch-deutschen Buchclub, einen Infoabend zu islamischer Kultur, einen Vortrag über Reisen für den Frieden, einen kolumbianischen Abend, ein interkulturelles Frühstück, einen ukrainisch-arabischen Kochabend und eine Lesung in einfacher Sprache. Außerdem war die Freiwilligen-Agentur Altmark an einer besonderen Veranstaltung im „Haus der Flüsse“ Havelberg beteiligt. Ein Rückblick auf turbulente Tage.


Geschichten innerer Stärke: Der Dokumentarfilm „Sie und der Krieg“ stand am 24. September 2026 im Mittelpunkt eines Abends im Haus der Flüsse in Havelberg. Er erzählt die Geschichten von vier Frauen aus der Ukraine, die sich trotz des russischen Angriffskrieges für Menschenrechte, Gerechtigkeit und Menschlichkeit engagieren. Zu den Gästen eines Gespräches im Anschluss zählten Karyna Malakhova-Diachuk, Leiterin und Mitgründerin der gemeinnützigen Organisation „Zivilisten in Gefangenschaft“, ihr Vater Viacheslav Zavalnyi, ein Zivilist, der aus russischer Gefangenschaft freigelassen wurde, und Tetiana Vysotska, Journalistin und Regisseurin des Films. Auch Havelbergs Bürgermeister Mathias Bölt besuchte die Veranstaltung. Es war ein Abend über Krieg, Menschlichkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Kraft des Engagements, der tief berührte.
Veranstaltet von der Freiwilligen-Agentur Altmark und dem WelcomeCenter Sachsen-Anhalt mit Unterstützung der LAGFA Sachsen-Anhalt.


Über den Tellerrand: Susanne Winkler, Religionslehrerin am Stendaler Winckelmann-Gymnasium, gab am 24. September einen sachlichen Einblick in den Islam. Zum Einstieg reichte sie eine Schale mit Datteln herum, um auf das Verbindende in Christentum und Islam aufmerksam zu machen. Die Dattel komme sowohl im Koran als auch in der Bibel vor. In ihrem Vortrag machte Susanne Winkler weitere Verbindungen deutlich. Sie zeigte z.B. sie eine Buchmalerei aus dem 15. Jahrhundert, die Mohammed und Jesus (als den im Islam hoch verehrten Propheten Isa) friedlich nebeneinander reitend darstellt. Der Abend in Kooperation mit dem Evangelischen Kirchenkreis diente zur Vorbereitung auf einen Besuch der Al-Rahma-Moschee Stendal.


Reisen für den Frieden: Eckhard Hosang aus dem Arendseer Ortsteil Schrampe ist weltweit für Frieden und Völkerfreundschaft unterwegs. 2023 legte er in 138 Tagen 38.000 Kilometer mit dem Pickup durch Ost-und Südosteuropa zurück, fuhr ein Jahr später 3.800 Kilometer mit dem Fahrrad durch China und beteiligte sich 2025 am Global March to GAZA. Am 25. September berichtete er in der Kleinen Markthalle über seine Erlebnisse in Asien, Afrika und Europa. Dabei hob er immer wieder die große Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Menschen hervor, die ihm unterwegs begegneten. „Ich habe auf meinen Reisen nicht einen einzigen Menschen getroffen, der Krieg wollte“, sagt Hosang. „Die, die Krieg wollen, die müssen nicht hin.“ Seine nächste Tour wird er mit dem Motorrad absolvieren. Immer dabei: die Friedensfahne.


Frühstück mal anders: Beim interkulturellen Frühstück in der Kleinen Markthalle kamen am 30. September neben den gewohnten deutschen Zutaten internationale Köstlichkeiten mit auf den Tisch. An der langen Tafel saßen Menschen aus Deutschland, Syrien, Saudi-Arabien und Indonesien zusammen.






Kulinarisch um die Welt: Am Abend des 30. September bogen sich die Tische unter der Menge der köstlichen Speisen. Gemeinsam mit ukrainischen Frauen wurden ukrainische Gerichte wie Borschtsch und gefüllte Teigtaschen zubereitet. Mohanad aus Syrien und Yassa aus Saudi-Arabien ergänzten das Buffet mit gefüllten Zucchini. Und dann wurde gemeinsam gegessen und miteinander erzählt. Ein gelungenes Treffen für alle Beteiligten!


Honig im Kopf: Mit einer Lesung in einfacher Sprache gingen die Interkulturellen Wochen in der Kleinen Markthalle am 1. Oktober 2026 zu Ende. Annemarie Kock von der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) und Elisabeth Seyer, Gleichstellungsbeauftragte und Beauftragte für Menschen mit Behinderung beim Landkreis Stendal, lasen aus „Honig im Kopf“. Der Film war ein Publikumserfolg im Kino. Aus dem Drehbuch von Hilly Martinek und Til Schweiger entstand ein Buch, das die Geschichte des an Alzheimer erkrankten Amandus und seiner Enkelin Tilda in einfacher Sprache erzählt. Der Spaß am Lesen Verlag unterstützte die Veranstaltung.