Frühstück mit Ministerpräsident Sven Schulze

Hoher Besuch am Dienstag, 28. Juli 2026, in der Kleinen Markthalle: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) nahm sich am Frühstückstisch Zeit für die Fragen engagierter Menschen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Der Leiter der Volksstimme-Redaktion Stendal, Donald Lyko, moderierte das Gespräch.

Die Perspektive für die Lebensqualität im ländlichen Raum, Bildung, Wirtschaft und Altenpflege in der strukturschwachen, überalterten Altmark, überbordende Bürokratie und die Integration von Migrantinnen und Migranten kamen u.a. zur Sprache. Und natürlich ging es – an einem Ort wie der Kleinen Markthalle – immer wieder um bürgerschaftliches Engagement. Sei es z. B. in der Nachbarschaftshilfe, bei der Begleitung von Geflüchteten oder von Menschen, die durch soziale Schwierigkeiten in existenzielle Not geraten sind. Die Stendalerin Astrid Schulz beispielsweise setzt sich in Magdeburg in einem Projekt von „Ärzte der Welt“ für Menschen ein, die nicht krankenversichert sind oder deren Krankenversicherung nicht ausreicht. Nun sei die wertvolle Arbeit von ca. 30 Ehrenamtlichen und zwei Festangestellten aber durch finanzielle Schwierigkeiten gefährdet, sagte sie dem Ministerpräsidenten und gab ihm dazu eine schriftliche Beschreibung mit. Ihre Bitte: „Kennen Sie noch Hilfestellungen, wo wir Anträge stellen können?“

„Wir werden auch weiter Projekte unterstützen“

Andrea Leißner von der Bürgerinitiative Stendal (BIS) schilderte das „sehr erfolgreiche Projekt“ Nachbarschaftshilfe Sachsen-Anhalt, „das auf sehr unbürokratische Weise alltagsnahe Lösungen für Pflegebedürftige bietet und Unterstützung leistet“. Die Förderung wird mit diesem Jahr enden. „Haben Sie eine Idee, wie man solche Erfolgsmodelle weiterführen könnte?“ fragte Andrea Leißner. Stendals Vize-Oberbürgermeister Axel Kleefeldt, der mit der Freiwilligen-Agentur Altmark eng im Projekt Engagierte Stadt zusammenarbeitet, wies auf den „riesigen Papierkrieg“ um Fördermittel hin und brachte das Stichwort „institutionelle Förderung“ in die Runde ein, worum schon seit Jahren beim Sozialministerium gekämpft werde.

Hoffnung auf eine verlässliche Finanzierung ehrenamtlicher Strukturen durch das Land konnte auch Sven Schulze nicht machen. Er sehe täglich in „fünf, sechs, sieben Gesprächen dieser Art richtig gute Dinge“, die Geld benötigen. Die finanzielle Situation des Landes habe sich jedoch verändert. „Wir werden auch weiter Projekte unterstützen, aber ich kann kein Versprechen abgeben, dass wir institutionelle Förderung hinbekommen“, sagte der Ministerpräsident. Im Vorfeld habe er sich über das Engagement in der Freiwilligen-Agentur Altmark, deren Gast er war, informiert und bedankte sich dafür, „was Sie hier schon seit längerer Zeit auf die Beine gestellt haben“. Das sei „alles auch mit großen Herausforderungen verbunden, aber auf jeden Fall wichtig für die Region.“

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